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Matomo, Piwik PRO oder GA4: Analytics-Tools im Vergleich

Inhaltsverzeichnis
  1. Matomo, Piwik PRO und GA4: Was die Werkzeuge unterscheidet
  2. Der Vergleich in der Tabelle
  3. Datenschutz und Einwilligung: Was der Gesetzestext verlangt
  4. Aufbewahrung und Vergleichbarkeit über die Jahre
  5. Welches Werkzeug zu welchem Unternehmen passt
  6. Server-Side Tracking als Ergänzung, nicht als Ersatz
  7. Typische Fehler bei der Werkzeugwahl
  8. Fragen, die Sie vor dem Start schriftlich klären
  9. Häufig gestellte Fragen
  10. Ist Matomo besser als Google Analytics 4?
  11. Braucht Matomo einen Cookie-Banner?
  12. Was ist Piwik PRO?
  13. Wie lange speichert Google Analytics 4 meine Daten?
  14. Kann ich Matomo und GA4 parallel betreiben?
  15. Welches Werkzeug eignet sich für Google Ads?
  16. Fazit
  17. Quellen
Fotorealistische Editorial-Aufnahme eines hellen Schreibtischs im warmen Tageslicht: drei identische Metall-Waagschalen in einer Reihe, auf jeder ein Würfel aus Glasquadern, der mittlere mit orangefarbenen Akzenten, daneben ein aufgeschlagenes Notizbuch mit leerem Tabellenraster und im unscharfen Hintergrund ein Monitor mit einer Liniengrafik, als Sinnbild für den Vergleich dreier Analytics-Werkzeuge; keine Personen, keine lesbaren Texte, bewusst als echte Fotografie gestaltet, nicht als isometrische 3D-Komposition, nicht als Dashboard-Fenster und nicht als Netzwerk vor Navy-Hintergrund KI-generiert

Kurz beantwortet: Matomo passt, wenn Sie die Daten selbst hosten und kontrollieren wollen. Piwik PRO passt, wenn Sie Analytics, Tag Manager und Einwilligungsverwaltung aus einer Hand als Cloud-Dienst wollen. Google Analytics 4 passt, wenn Ihre Werbekonten bei Google laufen und die Auswertung direkt in Google Ads ankommen soll. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Vergleich nicht, die Einwilligungsfrage entscheidet sich an Ihrer Konfiguration.

Die Wahl des Analytics-Werkzeugs entscheidet, welche Zahlen Sie in einem Jahr noch haben, wer Zugriff auf Ihre Besucherdaten hat und ob Ihr Werbebudget auf belastbaren Messwerten steuert. Der Vergleich der Analytics-Tools Matomo, Piwik PRO und Google Analytics 4 folgt den Kriterien, die in Entscheidungsrunden den Ausschlag geben. Das sind Hosting, Datenhoheit, Aufbewahrung, Einwilligung und die Anbindung an die Werbekanäle. Die Aussagen zu den Produkten stammen aus den Herstellerseiten und der Dokumentation, jeweils mit Quelle. Herstellerangaben bleiben Herstellerangaben und sind nicht unabhängig geprüft.

Matomo, Piwik PRO und GA4: Was die Werkzeuge unterscheidet

Die drei Werkzeuge messen Besuche, Seitenaufrufe und Ereignisse auf Ihrer Website. Der Unterschied liegt im Betriebsmodell. Daran hängt, wem die Daten gehören und wer sie verarbeitet.

Matomo ist laut Hersteller Open Source. Die Software lässt sich auf eigenen Servern betreiben, Matomo nennt das „On-Premise“, oder als gehostete Variante nutzen, die Matomo Cloud mit Servern in der EU. Laut Matomo ist die selbst gehostete Variante kostenlos, bestimmte Premium-Erweiterungen kosten extra. Ein Consent-Manager und ein Tag Manager sind laut Matomo integriert.

Piwik PRO ist ein kommerzieller Dienst. Der Hersteller bewirbt auf seiner Website vier Bausteine: Analytics, Tag Manager, Consent Manager und Data Activation, also das Auslösen von Aktionen auf Basis des Nutzerverhaltens. Hostingdetails nennt die Startseite nicht. Das Matomo-Vergleichsangebot behauptet, Piwik PRO sei nicht mehr Open Source, biete kein On-Premise mehr an und betreibe seine Cloud in Schweden. Diese Angaben stammen von einem Wettbewerber und sollten Sie vor einer Entscheidung beim Anbieter selbst abfragen.

Google Analytics 4, kurz GA4, ist der Analytics-Dienst von Google. Laut eigener Hilfe handelt Google dabei als Auftragsverarbeiter. Sie bleiben Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Das Werkzeug lässt sich mit anderen Google-Diensten verknüpfen, vor allem mit Google Ads. Wie GA4 im Detail funktioniert, haben wir in unserem Beitrag zu Google Analytics 4 erklärt.

Der Vergleich in der Tabelle

KriteriumMatomoPiwik PROGoogle Analytics 4
BetriebSelbst gehostet oder Matomo Cloud (EU)Cloud-Dienst, Details laut Anbieter erfragenCloud-Dienst von Google
LizenzOpen Source, selbst gehostet laut Matomo kostenlosKommerziellStandard-Property und 360-Property
DatenhoheitLaut Matomo bleiben die Daten bei Ihnen und werden nicht an Dritte weitergegebenLaut Anbieter Verhaltensdaten unter Ihrer Kontrolle, Zugriff per Oberfläche, API oder ExportGoogle ist Auftragsverarbeiter, Sie sind Verantwortlicher
Aufbewahrung der RohdatenSelbst gehostet laut Matomo unbegrenzt, in der Cloud 24 MonateBeim Anbieter erfragen2 oder 14 Monate auf Ereignisebene
Tag Manager und EinwilligungBeides integriertBeides als eigene BausteineGoogle Tag Manager separat, Einwilligung über ein Consent-Tool Ihrer Wahl
Anbindung an Google AdsÜber Schnittstellen und Importe, mehr AufwandÜber Schnittstellen und Importe, mehr AufwandDirekte Verknüpfung möglich
EignungTeams mit eigener IT und hohem Anspruch an KontrolleTeams, die einen Anbieter für alles wollenTeams mit Google-Ads-Schwerpunkt

Die Zeile zur Google-Ads-Anbindung ist unsere Einschätzung aus Projekten, keine Herstellerangabe. Wer bei Matomo oder Piwik PRO Conversions an Werbekonten zurückspielen will, plant dafür eine eigene Schnittstelle ein.

Datenschutz und Einwilligung: Was der Gesetzestext verlangt

Der Rechtsrahmen gilt für die drei Werkzeuge gleichermaßen. Nach § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) braucht das Speichern von Informationen auf dem Endgerät eines Nutzers oder der Zugriff darauf in der Regel eine Einwilligung. Die Ausnahme gilt, wenn der Vorgang unbedingt erforderlich ist, damit der Anbieter einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst bereitstellen kann. Die Einwilligung muss auf klaren und umfassenden Informationen beruhen und den Vorgaben der DSGVO entsprechen.

Das Werkzeug allein entscheidet also nicht über die Rechtslage. Entscheidend ist, ob Ihre Konfiguration Cookies setzt oder Informationen aus dem Endgerät ausliest. Matomo schreibt dazu auf der eigenen Dokumentationsseite, bestimmte Konfigurationen ließen sich ohne Einwilligung für Analysezwecke nutzen, und verweist auf einen eigenen Leitfaden zu ePrivacy und nationalen Umsetzungen. Als Alternative nennt Matomo Tracking ohne Cookies. Ob eine solche Konfiguration in Ihrem Fall ohne Banner auskommt, bewerten im Zweifel Ihre Datenschutzbeauftragten, nicht der Hersteller.

Bei GA4 verweist Google darauf, dass bei der Datenerhebung keine IP-Adressen protokolliert oder gespeichert werden. Das beantwortet nicht, ob eine Einwilligung nötig ist, und nicht, wie internationale Datenübertragungen zu bewerten sind. Google verlinkt dafür eine eigene Seite zu Datenübertragungen. Für Werbetreibende gilt zusätzlich der Einwilligungsmodus, den wir im Beitrag zu Enhanced Conversions in Verbindung mit Cookie-Bannern eingeordnet haben.

Aufbewahrung und Vergleichbarkeit über die Jahre

Bei GA4 lässt sich die Aufbewahrung von Ereignisdaten laut Google-Hilfe auf 2 oder 14 Monate einstellen. Bei großen Properties kann Google die Dauer automatisch auf 2 Monate kürzen. Daten zu Alter, Geschlecht und Interessen bleiben unabhängig von den Einstellungen 2 Monate gespeichert. Wer Jahresvergleiche in der Oberfläche braucht, prüft deshalb die Einstellung früh.

Matomo nennt für selbst gehostete Installationen keine Begrenzung, in der Cloud werden Rohdaten 24 Monate gespeichert. Für langfristige Zeitreihen ist das ein echter Unterschied. Der Preis dafür ist der Betrieb: Wer selbst hostet, kümmert sich um Updates, Datensicherung und Serverlast.

Für den Vertrieb zählt am Ende nicht die Besucherzahl, sondern die Zahl der Anfragen, die einem Kanal zugeordnet werden können. Alle drei Werkzeuge können Ereignisse wie eine Formularabsendung erfassen. Unterschiede entstehen bei der Frage, wohin diese Information weiterfließt: in die Werbekonten, in das CRM oder nur in einen Bericht. Prüfen Sie deshalb vor der Wahl, welchen dieser Wege Sie tatsächlich brauchen.

Welches Werkzeug zu welchem Unternehmen passt

Die Entscheidung folgt selten dem Funktionsumfang. Sie folgt drei Fragen.

Läuft Ihr Werbebudget überwiegend über Google Ads? Dann spricht vieles für GA4, weil Auswertung und Gebotssteuerung dieselbe Datenbasis nutzen. Mit sauberer Kampagnenkennzeichnung, wie sie unser Beitrag zu UTM-Parametern beschreibt, ordnen Sie Anfragen ihrem Kanal zu.

Haben Sie eine IT-Abteilung, die einen eigenen Server betreibt? Dann ist selbst gehostetes Matomo eine Option, vor allem wenn interne Vorgaben Daten außerhalb des eigenen Rechenzentrums ausschließen. Ohne diese Kapazität wird aus der Kostenersparnis schnell ein Betriebsrisiko.

Wollen Sie einen Ansprechpartner für Messung, Tag Management und Einwilligung? Dann lohnt sich der Blick auf Piwik PRO oder auf Matomo Cloud. Beide Wege sparen eigenen Betrieb, verlangen aber, dass Sie Hosting, Vertragsbedingungen und Funktionsumfang vor dem Start schriftlich klären.

Ein Mittelweg ist der parallele Betrieb: GA4 für die Werbesteuerung, ein zweites Werkzeug für datenschutzsensible Auswertungen. Das verdoppelt allerdings Pflegeaufwand und Fehlerquellen. In unserer Praxis lohnt es sich nur, wenn jemand die Zuständigkeit für beide Systeme übernimmt.

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Server-Side Tracking als Ergänzung, nicht als Ersatz

Unabhängig vom Werkzeug entscheidet die Datenqualität am Ende darüber, ob Ihre Zahlen tragen. Browser beschränken Cookies, Werbeblocker verhindern Skripte, Nutzer lehnen Einwilligungen ab. Ein eigener Server-Container sammelt die Ereignisse zuverlässiger und lässt sich vor der Weitergabe an das Zielsystem kontrollieren. Das gilt für GA4 ebenso wie für Messwege zu anderen Werkzeugen. Wie ein solcher Aufbau aussieht und worauf es bei der Einrichtung ankommt, steht auf unserer Seite zu Server-Side Tracking. Eine Übersicht der Kostenfaktoren liefert unser Beitrag Was kostet Server-Side Tracking.

Typische Fehler bei der Werkzeugwahl

  • Die Wahl allein am Datenschutz-Etikett auszurichten. „DSGVO-konform“ ist eine Herstellerangabe, die Verantwortung bleibt bei Ihnen.

  • Die Migration zu unterschätzen. Historische Daten lassen sich nicht in jedem Fall vollständig übernehmen, und die Kennzahlen unterscheiden sich in der Definition. Planen Sie eine Phase mit Parallelmessung ein.

  • Ereignisse nicht vorab zu definieren. Ohne Messplan, welche Aktionen als Anfrage zählen, liefert jedes Werkzeug Zahlen, die niemand interpretieren kann.

  • Die Einwilligung erst nach dem Launch zu klären. Wer nachträglich ein Banner einbaut, verändert die Datenbasis und damit die Vergleichbarkeit.

Fragen, die Sie vor dem Start schriftlich klären

Ein Vergleich auf Herstellerseiten ersetzt keine Vorabklärung. Die folgenden Punkte legen Sie vor der Entscheidung fest, am besten in einem kurzen Messplan, den Marketing, IT und Datenschutz gemeinsam abzeichnen.

  1. Welche Anfrage zählt? Legen Sie fest, welche Aktionen als Erfolg gelten: Kontaktformular, Rückrufbitte, Klick auf die Telefonnummer. Ohne diese Definition vergleichen Sie in jedem Werkzeug andere Zahlen.

  2. Wo liegen die Daten, und wer hat Zugriff? Fragen Sie beim Anbieter nach Standort der Server, Unterauftragnehmern und Vertragsbedingungen zur Auftragsverarbeitung. Bei selbst gehosteter Software beantworten Sie diese Fragen intern.

  3. Wie lange brauchen Sie Vergleichsdaten? Wer Jahresvergleiche für Saisongeschäft braucht, prüft Aufbewahrungsdauer und Exportmöglichkeiten, bevor die erste Auswertung gebaut wird.

  4. Wer betreibt und pflegt das System? Benennen Sie eine Person, die Updates, Zugriffsrechte und Ereignisdefinitionen verantwortet. Fehlt sie, veraltet jedes Setup.

  5. Wie kommt die Einwilligung ins Setup? Klären Sie, ob Ihr Consent-Tool das Werkzeug sauber ansteuert und ob die Ereignisse nach der Entscheidung des Nutzers wie geplant ankommen. Das prüft ein Test im Browser, nicht die Produktseite.

Wer diese fünf Punkte beantwortet hat, entscheidet meist schnell. Bleibt eine Frage offen, zeigt sich dort in der Regel das Risiko des Projekts.

Häufig gestellte Fragen

Ist Matomo besser als Google Analytics 4?

Nicht pauschal. Matomo punktet bei Datenhoheit und Aufbewahrungsdauer, vor allem selbst gehostet. GA4 punktet bei der Verknüpfung mit Google Ads. Welches besser ist, hängt von Ihren Werbekanälen und Ihrer IT-Kapazität ab.

Das hängt von der Konfiguration ab. Laut Matomo lassen sich bestimmte Konfigurationen ohne Einwilligung für Analysezwecke nutzen, und Matomo bietet Tracking ohne Cookies an. Die rechtliche Bewertung für Ihre Website sollten Ihre Datenschutzbeauftragten vornehmen.

Was ist Piwik PRO?

Ein kommerzieller Analytics-Dienst, der laut Hersteller Analytics, Tag Manager, Consent Manager und Data Activation in einer Plattform bündelt. Die Angaben zu Hosting und Lizenzmodell sollten Sie direkt beim Anbieter bestätigen lassen.

Wie lange speichert Google Analytics 4 meine Daten?

Auf Ereignisebene stehen laut Google 2 oder 14 Monate zur Wahl. Bei sehr großen Properties kann Google die Dauer automatisch auf 2 Monate kürzen.

Kann ich Matomo und GA4 parallel betreiben?

Ja, technisch ist das möglich. Es erhöht aber Pflegeaufwand und Fehlerquellen, deshalb lohnt es sich vor allem als befristete Parallelmessung bei einer Migration.

Welches Werkzeug eignet sich für Google Ads?

Nach unserer Einschätzung GA4, weil sich Property und Werbekonto direkt verknüpfen lassen. Matomo und Piwik PRO benötigen für die Rückmeldung von Conversions an Werbekonten zusätzliche Schnittstellen.

Fazit

Matomo, Piwik PRO und GA4 messen dasselbe, aber auf unterschiedlichen Betriebsmodellen. Matomo gibt Ihnen Kontrolle gegen eigenen Aufwand, Piwik PRO bündelt Messung und Einwilligung bei einem Anbieter, GA4 verbindet Auswertung und Werbesteuerung bei Google. Entscheiden Sie nach Werbekanälen, IT-Kapazität und Ihrer Datenschutzbewertung, nicht nach dem Funktionsumfang. Wenn Sie diese Entscheidung mit einem Messplan und einem tragfähigen Tracking-Aufbau absichern wollen, besprechen wir das in einer unverbindlichen Erstberatung. Unser Angebot rund um Messung und Datenqualität finden Sie auf der Seite Server-Side Tracking.

Quellen

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Sven Heib
Sven Heib
Gründer und Geschäftsführer
Sven Heib hat Beyond Media 2004 gegründet und ist seither Geschäftsführer. Als Software-Ingenieur brachte er von Anfang an einen technischen Blick auf SEO und Web-Entwicklung mit, aus dem sich die heutige Full-Service-Agentur entwickelt hat.
Sven Heib
Autor
Sven Heib
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Sven Heib hat Beyond Media 2004 gegründet und ist seither Geschäftsführer. Als Software-Ingenieur brachte er von Anfang an einen technischen Blick auf SEO und Web-Entwicklung mit, aus dem sich die heutige Full-Service-Agentur entwickelt hat.

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