Mit diesem Beitrag zum Thema Core Web Vitals möchten wir Sie und alle Webseitenbetreiber darüber informieren, was die neuen Kennzahlen ausmachen, wie man sie berücksichtigt und was sich in Zukunft im Hinblick auf SEO ändern kann. Schon jetzt ist klar, dass diese Neuerungen in der Algorithmusbewertung als weiterer Rankingfaktor gesehen werden müssen und sie die User Experience einer Webseite bewerten. Google betont jedoch auch, dass die im folgenden vorgestellten Metriken noch Änderungen unterliegen können; hier ist noch nichts festgesetzt.
Was sind die Core Web Vitals?
Kurz gesagt: Die Core Web Vitals spiegeln die Nutzererfahrung auf einer Website wider. Hierzu zählt neben der Ladegeschwindigkeit eines Webauftrittes auch die Interaktion mit Elementen auf der Seite sowie die visuelle Stabilität derselben. Google lässt Interessierte jedoch nicht im Dunkeln tappen und geht auf seine drei neuen Metriken genauer ein:
Largest Contentful Paint (LCP)
Der erste Core Web Vital beschäftigt sich mit der Ladedauer, die eine Website benötigt, um den Hauptinhalt (main content) darzustellen. Früher wurde hier noch das Erscheinen des ersten Inhalts auf einer Webpräsenz bewertet (First Contentful Paint/FCP). Als Bemessung nimmt Google die Zeit in Sekunden heran, die eine Webseite benötigt, um nach Anfordern der Seite den Hauptcontent im Browser anzuzeigen.
Mithilfe der folgenden Bemessung kann man auch schon jetzt beurteilen, wo Google einen mit diesem Core Web Vital einstufen wird und ob Verbesserungsbedarf besteht. Als „gut“ bezeichnet werden weniger als 2,5 Sekunden Ladezeit, bevor Google mit „verbesserungswürdig“ bis zu 4 Sekunden einstuft. Wer mehr als 4 Sekunden braucht, um den Hauptinhalt der Seite visuell darzustellen, der wird zumindest im Hinblick auf LCP als „schlecht“ deklariert.
Interaction to Next Paint (INP)
Dieser Faktor bezieht sich auf Interaktionen seitens des Nutzers mit Seitenelementen. Dazu zählen beispielsweise Bilder, die man vergrößern kann, Buttons, die man klicken kann, oder auch Formulare zum Ausfüllen. Gemessen wird hierbei die Zeit, die zwischen einer Interaktion, etwa einem Klick, und der sichtbaren Reaktion der Website vergeht. Seit dem 12. März 2024 ist Interaction to Next Paint (INP) der offizielle Core Web Vital für diesen Bereich und hat den zuvor genutzten First Input Delay (FID) abgelöst, der nur die allererste Interaktion einer Sitzung maß. INP erfasst dagegen alle Interaktionen über die gesamte Lebensdauer eines Seitenbesuchs. Auch hier teilt Google die Geschwindigkeit in Bewertungsbereiche ein: „gut“ sind weniger als 200 Millisekunden, bis zu 500 Millisekunden gelten als „verbesserungswürdig“ und alles darüber als „schlecht“. Die genauen Unterschiede zu FID und konkrete Optimierungsansätze erklären wir ausführlich im Beitrag zu Interaction to Next Paint (INP).
Cumulative Layout Shift (CLS)
Bei der dritten und letzten Core Web Vital Metrik bezieht sich Google auf die visuelle Stabilität. Dabei wird bewertet wie konstant und stabil der Content auf einer Website angezeigt wird, was durch immer komplexer werdende Webseiten keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Aufgrund asynchron ladender Inhalte verschiebt sich Content auf einer Website nicht selten zu weit und lässt visuelle Fehler entstehen, dies gilt es mit CLS zu bewerten.
Diese Metrik ist nur schwer zu beurteilen. Daher hat Google hierfür eine eigene Bemessung zugrunde gelegt, die bewertet wie oft Inhalte nachgeladen werden und wie weit Elemente nachträglich verschoben werden. Diese Werte werden ins Verhältnis gesetzt und man erhält einen Faktor. Dieser sollte für eine „gute“ Bewertung bei unter 0,1 liegen. Bis zu 0,25 gilt als „verbesserungswürdig“, während alles über 0,25 als „schlecht“ vermerkt wird.

Wo kann man die Core Web Vitals einsehen bzw. messen?
Google bietet hier verschiedene Möglichkeiten in Form seiner Webmaster Tools und des Google Chrome Browsers an. So kann zum Einsehen der Core Web Vitals die Search Console, die PageSpeed Insights, Google Lighthouse, die Chrome DevTools,der Chrome UX Report und die Web Vitals Extension genutzt werden. Google möchte jedoch in Zukunft eine einfache Möglichkeit bieten, die Core Web Vitals einer Website einsehen zu können. So, dass auch weniger erfahrene Webseitenbetreiber die Möglichkeit haben die Werte einzusehen. Die Schwierigkeit wird dann jedoch vielmehr darin liegen, diese Werte einzustufen und Maßnahmen abzuleiten. Hier sollte man sich dann an einen SEO Experten wenden.
