Seit Ende August 2026 lassen sich Anzeigen in ChatGPT auch aus Deutschland heraus buchen. Damit ist zum ersten Mal ein KI-Assistent zu einem Werbekanal geworden, den ein mittelständisches Unternehmen selbst belegen kann, ohne Umweg über eine Mediaagentur in den USA. Die Aufregung darüber ist groß, die Faktenlage dünn: Vieles, was dazu derzeit kursiert, stammt aus Zweitquellen und Prognosen. Dieser Beitrag hält deshalb möglichst nah an dem, was OpenAI selbst dokumentiert, benennt die Stellen, an denen belastbare Zahlen bis heute fehlen, und zeigt an der Messung, wo Kampagnen in der Praxis auflaufen. Stand aller Angaben ist der 16. September 2026 — in einem Kanal, der sich in Wochen verändert, gehört dieses Datum zu jeder Aussage dazu.
Was ChatGPT Ads sind, und was sie ausdrücklich nicht sind
ChatGPT Ads sind bezahlte, als Werbung gekennzeichnete Flächen, die unterhalb einer Antwort erscheinen. Entscheidend ist die Trennung: Die Anzeige steht neben der Antwort, nicht in ihr. OpenAI hält als Grundsatz fest, dass Werbung die Antworten von ChatGPT nicht beeinflusst, dass Anzeigen immer klar gekennzeichnet und von der Antwort getrennt sind und dass Unterhaltungen für Werbetreibende privat bleiben. Wer also hofft, sich per Mediabudget in eine Empfehlung einkaufen zu können, missversteht das Produkt. Empfohlen wird weiterhin das, was das Modell für die beste Antwort hält — Einfluss darauf nimmt man über die Qualität und Auffindbarkeit der eigenen Inhalte, also über Generative Engine Optimization, nicht über ein Gebot.
Der zweite wichtige Unterschied betrifft den Auslöser. In der klassischen Suche steht am Anfang ein Suchbegriff, auf den geboten wird. In einem Assistenten steht am Anfang eine Situation: ein Vergleich, eine Rückfrage, ein halbfertiger Plan. Entsprechend gibt es in ChatGPT Ads kein Keyword-Gebot und keine Match Types, sondern eine Ausspielung entlang des Gesprächskontextes. Das verschiebt die Arbeit spürbar: Was in einem gewachsenen Google-Ads-Konto über Keyword-Struktur und Ausschlüsse gesteuert wird, entscheidet sich hier über Anzeige, Angebot und Zielseite.
Vom US-Pilot nach Deutschland: die Zeitleiste
Der Kanal ist jung, und das erklärt einen Großteil der widersprüchlichen Informationen, die derzeit im Umlauf sind. Anfang Februar 2026 begann OpenAI, in den Vereinigten Staaten Anzeigen auszuspielen, zunächst über ein Pilotprogramm mit großen Mediaagenturen und mit einer Mindestbuchung, die für den Mittelstand keine Rolle spielen konnte. Im Mai 2026 öffnete sich der Ads Manager als Self-Service-Werkzeug für US-Werbetreibende, die hohe Mindestbuchung aus der Pilotphase entfiel. Ende August 2026 folgte Europa: Seit dem 24. August erscheinen Anzeigen auch für deutsche Nutzer, seit dem 31. August ist der Self-Service-Zugang in 31 europäischen Märkten verfügbar, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wer heute liest, ChatGPT Ads seien „in Deutschland noch nicht verfügbar", liest einen Artikel aus dem Frühsommer.
Wer die Anzeigen überhaupt sieht
Die wichtigste Zahl für jede Mediaplanung ist keine Reichweitenzahl, sondern eine Tarifgrenze. Anzeigen erscheinen ausschließlich bei Nutzern der kostenlosen Variante und des günstigen Go-Tarifs. Wer Plus, Pro, Business oder Enterprise bezahlt, bleibt werbefrei. Das hat eine unangenehme Konsequenz für den Teil des Marktes, der sich von diesem Kanal am meisten verspricht: Je höherwertiger die B2B-Zielgruppe, desto wahrscheinlicher sitzt sie in einem bezahlten Tarif und ist über ChatGPT Ads strukturell nicht erreichbar. Kein Gebot der Welt ändert daran etwas.
Umgekehrt gilt: Im Endkundengeschäft und im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Großteil der Nutzerschaft in genau den Tarifen, die Werbung sehen. Wer dort verkauft, hat es mit einem Kontakt zu tun, den es so bisher nicht gab — einem Nutzer, der gerade mitten in einer Beratung steckt und Ihre Anzeige als Ergänzung zu einer eben gelesenen Einschätzung wahrnimmt. Das ist qualitativ etwas anderes als ein Displayklick und anspruchsvoller als ein Suchklick, weil die Zielseite die offene Frage weiterführen muss, statt bei der Markenvorstellung anzufangen.
Die Anzeigenformate
Das Grundformat ist eine Textanzeige unterhalb der Antwort, bestehend aus Vorschaubild, Favicon, Domain, Titelzeile und kurzem Beschreibungstext, klar als Werbung markiert. Daneben gibt es Blöcke mit zwei Anzeigen, die entweder zwei Einstiege desselben Anbieters zeigen, etwa zwei Tarife oder zwei Produktvarianten, oder zwei konkurrierende Werbetreibende nebeneinander stellen. Für Händler kommen zwei datengetriebene Formate hinzu: die dynamische Produktanzeige mit Bild, Preis und Bewertung für konkrete Kaufempfehlungen und das Produkt-Karussell mit mehreren Varianten für breitere Kategoriefragen. Diese beiden Formate entstehen nicht aus Anzeigentexten, sondern aus einem hinterlegten Produktkatalog.
Wie der Platz vergeben wird: eine Auktion ohne Keywords
Die Vergabe läuft über eine relevanzgewichtete Zweitpreisauktion. Zwei Begriffe, zwei Konsequenzen. Zweitpreis heißt, dass der Gewinner nicht sein eigenes Gebot bezahlt, sondern den Betrag, der zum Sieg nötig war — ein Mechanismus, den erfahrene Suchmaschinenwerber aus den Anfangsjahren von Google Ads kennen. Relevanzgewichtet heißt, dass neben der Höhe des Gebots bewertet wird, wie gut Anzeige und Angebot zur laufenden Unterhaltung passen. Eine bessere Anzeige kann damit ein höheres Gebot schlagen. Für die Praxis ist das die wichtigste Nachricht dieses Abschnitts: Die Arbeit am Creative ist hier kein Feinschliff, sondern der Haupthebel auf den Preis.
Abgerechnet wird pro gültigem Klick. Das gilt auch für conversion-optimierte Kampagnen: Dort dient ein CPA-Gebot laut OpenAI-Dokumentation als Optimierungsvorgabe, nicht als Abrechnungsgröße, gezahlt wird weiterhin der Klick. Eine solche Kampagne arbeitet dabei auf genau ein aktives Standard-Conversion-Ereignis als Ziel. Zwei Einschränkungen sind dabei wichtig, weil sie sich nachträglich nicht korrigieren lassen: Eigene, selbst definierte Ereignisse können kein Optimierungsziel sein, und weder das Kampagnenziel noch das gewählte Ereignis lassen sich nach der Erstellung ändern. Auch eine bestehende Klick- oder Tausenderkontakt-Kampagne lässt sich nicht nachträglich in eine conversion-optimierte umwandeln, dafür ist eine neue Kampagne nötig. Wer das vorher weiß, legt die Kampagnenstruktur einmal richtig an, statt sie nach drei Wochen neu zu bauen.
Was ChatGPT Ads kosten
Die ehrliche Antwort zuerst: Eine offizielle Preisliste gibt es nicht, und es kann sie in einem Auktionsmodell auch nicht geben. Was Sie zahlen, entsteht pro Klick aus dem Wettbewerb um den jeweiligen Gesprächskontext, gewichtet um die Relevanz Ihrer Anzeige. Die Klickpreise und Tausenderkontaktpreise, die derzeit durch Fachartikel wandern, stammen aus Erfahrungsberichten einzelner Werbetreibender, nicht aus offiziellen Angaben — sie taugen als grobe Hausnummer, nicht als Kalkulationsgrundlage. Wer auf dieser Basis ein Jahresbudget plant, plant auf Sand.
Belastbar ist dagegen die Struktur: Die hohe Mindestbuchung aus der Pilotphase ist entfallen, der Einstieg ist also keine Frage einer sechsstelligen Verpflichtung mehr. Die relevante Frage lautet deshalb nicht „Was kostet ein Klick?", sondern „Wie viel Budget brauche ich, um innerhalb weniger Wochen eine Entscheidung treffen zu können?". Dafür gibt es eine nüchterne Rechengröße: Sie brauchen genug Klicks, um bei Ihrer bekannten Conversion-Rate auf eine zweistellige Zahl an Abschlüssen zu kommen. Wer online mit zwei Prozent konvertiert, braucht für dreißig Abschlüsse rund 1.500 Klicks — und erst dieser Wert, multipliziert mit dem Klickpreis, den Ihre eigene Testphase ergibt, ist Ihr ehrliches Testbudget. Alles darunter erzeugt Zahlen, die zu klein sind, um eine Kanalentscheidung zu tragen.
Der zweite Kostenblock ist die Einrichtung, und er wird regelmäßig unterschätzt: Konto und Freigabe, Conversion-Messung mit serverseitiger Übergabe, Anzeigenvarianten, passende Zielseiten und bei Händlern der Produktkatalog. Diese Arbeit fällt einmal an, zahlt aber auf alle Kanäle ein, insbesondere die Messung. Dass ein neuer Kanal erst dann startet, wenn die Messung steht, ist keine Formalie — es ist der Unterschied zwischen einem Test und einem Bauchgefühl.
Steuerung im OpenAI Ads Manager: was geht, was fehlt
Der Ads Manager erlaubt laut OpenAI-Dokumentation die Ausrichtung nach Region auf Länder-, Regional- und Marktebene, nach Plattform, also getrennt nach ChatGPT-Apps und Web, sowie über eigene Zielgruppen, die sich sowohl zur Ausrichtung als auch für Gebotsanpassungen nutzen lassen. Hinzu kommen Kontexthinweise für das thematische Umfeld sowie Kampagnenziele, Gebotsstrategien und Ausgabengrenzen. Für die Auswertung steht eine Insights-Schnittstelle bereit, die Kennzahlen zu Auslieferung, Kosten, Produkten und Conversions über Konto-, Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene liefert.
Ebenso wichtig ist die Gegenliste. Es gibt keine Keyword-Gebote, keine Match Types und keinen Suchbegriffsbericht. Es gibt keinen Einblick in einzelne Unterhaltungen — Sie sehen aggregierte Leistungsdaten, keine Prompts. Und es gibt im Europäischen Wirtschaftsraum zum Start keine personalisierte Ausspielung. Die Konsequenz für die tägliche Arbeit: Fehlschläge lassen sich langsamer erklären als in Google Ads, weil die Diagnoseebene fehlt. Ausgleichen lässt sich das nur durch Disziplin an anderer Stelle — sauber getrennte Kampagnen je Angebot, eindeutige Kampagnenparameter in den Ziel-URLs und eine Messung, die auch dann noch trägt, wenn der Browser nicht mitspielt.
Messung: Pixel, Conversions API und der Consent-Fallstrick
Für die Conversion-Messung bietet OpenAI drei Wege an: das Messpixel im Browser, die Conversions API vom Server und ein Bild-Tag für Umgebungen ohne JavaScript. Empfohlen ist die Kombination aus Pixel und Conversions API, weil serverseitig gesendete Ereignisse zuverlässiger ankommen als reine Browser-Signale, die an Consent-Entscheidungen, Adblockern und Browser-Restriktionen scheitern. Technisch hängen beide Wege an einer gemeinsamen Datenquelle mit einer Pixel-ID; die Übertragung selbst läuft über getrennte Zugangsschlüssel für Verwaltung und Ereignisversand.
Der erste Fallstrick ist die Platzierung: Das Skript gehört weit oben in den Kopfbereich der Seite, sonst gehen Conversions verloren, die unmittelbar nach dem Seitenaufruf passieren. Der zweite, und in Deutschland der teurere, ist die Reihenfolge beim Consent. Die Einwilligung wird vor der Initialisierung auf „nicht erteilt" gesetzt und erst nach dem Opt-in im Banner aktiviert. Wer diese Reihenfolge umdreht, misst sauber und rechtswidrig.
<!-- Schematisch. Entscheidend ist die Reihenfolge, nicht die Kosmetik. -->
<script>
// 1. Vor der Initialisierung: Messung aus, solange kein Opt-in vorliegt
oaiq("consent", false);
// 2. Pixel mit der Pixel-ID aus dem Ads Manager initialisieren
// (Aufruf laut OpenAI-Dokumentation, weit oben im <head>)
// 3. Erst nach dem Opt-in im Consent-Banner
oaiq("consent", true);
</script>
Der dritte Fallstrick ist die Doppelzählung. Wer dieselbe Bestellung über Browser und Server meldet, muss beide Ereignisse eindeutig als dasselbe kennzeichnen. OpenAI verlangt dafür drei Übereinstimmungen: dieselbe Pixel-ID, denselben Ereignisnamen, etwa order_created, und dieselbe Ereignis-ID. Fehlt eine davon, zählt jede Bestellung zweimal, und Ihr Kosten-pro-Abschluss sieht doppelt so gut aus, wie er ist — bis jemand die Zahlen gegen den Shop hält.
// Browser: Conversion melden, mit eigener Ereignis-ID
oaiq("measure", "order_created", {
event_id: bestellnummer, // exakt dieselbe ID wie serverseitig
value: 149.90,
currency: "EUR"
});
// Server (Conversions API): dieselbe Pixel-ID, derselbe Ereignisname,
// dieselbe event_id -> OpenAI dedupliziert, die Bestellung zaehlt einmal.
Beim Auswerten lohnt der Blick auf die Zuordnungsfenster, weil sie sich von dem unterscheiden, was viele aus anderen Plattformen gewohnt sind: Das Standard-Attributionsfenster liegt bei 30 Tagen, View-Through-Conversions werden dagegen nur innerhalb eines Tages nach der Einblendung zugeordnet, und liegt beides vor, hat der Klick Vorrang. Wer diese Fenster nicht kennt, vergleicht die Zahlen später mit Google Ads, ohne zu merken, dass er zwei unterschiedliche Maßstäbe nebeneinanderlegt. Für die Fehlersuche in den ersten Tagen hilfreich: Über einen Monitoring-Endpunkt lassen sich kürzlich gesendete Ereignisse aus den letzten rund 15 Minuten stichprobenartig prüfen, statt auf das Reporting zu warten. Wie ein belastbares serverseitiges Setup aufgebaut wird, haben wir in unserem Beitrag zu den Kosten von Server-Side-Tracking ausführlicher beschrieben.
Für Händler: der Produktkatalog entscheidet über die Ausspielung
Produktanzeigen und Karussells entstehen aus einem hinterlegten Katalog. Das Feed-Format ist eine UTF-8-codierte CSV-Datei mit einer Zeile je Artikel oder Variante. Pflicht sind unter anderem Artikel-ID, Titel, Beschreibung, Produkt-URL, Marke, Bild-URL, Preis, Verfügbarkeit, Angaben zum Händler, Rückgabebedingungen, Zielländer sowie das Land des Shops; Produktseiten und Bilder müssen öffentlich über HTTPS erreichbar sein. Preise stehen in der CSV in Hauptwährungseinheiten mit Währungscode, also in der Form „89.00 EUR".
Für Aktualisierungen gibt es zwei Wege, und die Unterscheidung spart im Alltag viel Zeit: Änderungen an Titel, Preis oder Verfügbarkeit laufen über eine Delta-Schnittstelle, ohne den kompletten Katalog neu zu übertragen — dort werden Preise allerdings in kleinsten Währungseinheiten erwartet, 7999 statt 79,99. Neue Produkte oder Änderungen an Bildern und Beschreibungen erfordern dagegen einen vollständigen Upload per SFTP, bei dem der komplette aktuelle Katalog übertragen wird und Artikel-IDs zwischen den Uploads stabil bleiben müssen. Die Verarbeitung läuft asynchron, ein erfolgreicher Transfer bedeutet also noch nicht, dass die Daten auch übernommen wurden — der Upload-Verlauf ist die Stelle, an der man das prüft.
Wer bereits einen gepflegten Merchant-Center-Feed betreibt, hat den größten Teil dieser Arbeit hinter sich, denn es ist dieselbe Datendisziplin: korrekte Preise, korrekte Verfügbarkeit, eindeutige Titel. Wer dagegen einen Katalog fährt, der im Merchant Center nur deshalb durchläuft, weil Google vieles verzeiht, wird hier schneller auffallen.
EWR-Sonderregeln und inhaltliche Grenzen
Im Europäischen Wirtschaftsraum verzichtet OpenAI zum Start auf personalisierte Werbung, ausgespielt wird kontextbezogen. Das klingt nach einem Nachteil, verschiebt aber vor allem den Hebel: Wo keine Profildaten die Ausspielung feinsteuern, entscheiden Angebot, Region und Anzeigenqualität stärker über den Erfolg. Für Werbetreibende, die ihr Handwerk am Creative beherrschen, ist das eher eine Chance als eine Einschränkung.
Unabhängig davon bleiben bestimmte Kontexte werbefrei. Sensible Gesprächslagen, etwa zu Gesundheit, mentaler Gesundheit und Politik, werden nicht bespielt, und Nutzer, die als minderjährig eingeschätzt werden, sehen keine Anzeigen. Dazu kommen die üblichen Einschränkungen für regulierte Bereiche. Für Anbieter im Gesundheits- oder Finanzumfeld kann das bedeuten, dass genau die Gespräche, die geschäftlich am interessantesten wären, nicht zugänglich sind. Diese Prüfung gehört an den Anfang eines Projekts, nicht in die Ursachenforschung nach der ersten Ablehnung.
Für wen sich der Kanal jetzt lohnt
Sinnvoll ist ein Test heute, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein Angebot, das online recherchiert und verglichen wird, bevor gekauft oder angefragt wird; ein funktionierendes Conversion-Tracking samt Kenntnis des eigenen Deckungsbeitrags pro Abschluss; und ein Testbudget, das groß genug ist, um in einigen Wochen eine belastbare Zahl an Abschlüssen zu erzeugen. Wer zusätzlich Zielseiten hat, die konkrete Fragen beantworten statt die Marke zu präsentieren, startet mit einem spürbaren Vorteil.
Abraten würden wir in vier Fällen: wenn die Zielgruppe überwiegend in werbefreien Bezahltarifen sitzt, was im gehobenen B2B häufig der Fall ist; wenn das Geschäftsfeld in den ausgeschlossenen Themenbereichen liegt; wenn der Abschluss offline passiert und sich nicht einmal näherungsweise messen lässt; und wenn die bestehenden Suchkampagnen noch nicht profitabel laufen — dann arbeitet dasselbe Geld dort besser. Ein neuer Kanal repariert keine unrentable Basis, er macht sie nur teurer.
In sechs Schritten starten
Reichweite prüfen: Sitzt Ihre Zielgruppe in Tarifen, die überhaupt Werbung sehen, und ist Ihr Themenfeld zulässig?
Erfolgskriterium festlegen: Welcher Kosten-pro-Abschluss macht den Kanal für Sie tragfähig, und ab welchem Wert wird abgebrochen?
Messung vor Mediabudget: Pixel und Conversions API einrichten, Consent-Reihenfolge prüfen, Ereignisse über eine gemeinsame Ereignis-ID deduplizieren.
Kampagnenstruktur einmal richtig anlegen: Ziel und Conversion-Ereignis lassen sich nach der Erstellung nicht mehr ändern.
Creatives entlang typischer Fragetypen bauen, Vergleich, Problemlösung, Kaufentscheidung, und jeweils auf eine passende Zielseite führen.
Nach vier bis sechs Wochen gegen die eigenen Kanäle bewerten und entscheiden: ausbauen, halten oder beenden.
Häufig gestellte Fragen
Kann man ChatGPT Ads aus Deutschland heraus buchen?
Ja. Seit dem 24. August 2026 werden Anzeigen auch deutschen Nutzern ausgespielt, seit dem 31. August 2026 ist der Self-Service-Zugang im Ads Manager in 31 europäischen Märkten verfügbar, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Nur Nutzer des kostenlosen Zugangs und des Go-Tarifs. Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei. Im gehobenen B2B ist damit ein relevanter Teil der Entscheider über diesen Kanal nicht erreichbar.
Was kosten ChatGPT Ads?
Eine offizielle Preisliste gibt es nicht, abgerechnet wird pro gültigem Klick, der Preis entsteht in einer relevanzgewichteten Zweitpreisauktion. Die hohe Mindestbuchung aus der Pilotphase ist entfallen. Sinnvoll ist deshalb nicht die Frage nach dem Klickpreis, sondern die nach dem Budget, das nötig ist, um in wenigen Wochen genug Abschlüsse für eine Entscheidung zu erzeugen.
Kann ich bestehende Google-Ads-Kampagnen in den Ads Manager übernehmen?
Nein. Es gibt keine Keyword-Ebene, in die sich eine Google-Ads-Struktur übertragen ließe, und auch innerhalb des Ads Managers lässt sich eine laufende Klick- oder Tausenderkontakt-Kampagne nicht nachträglich in eine conversion-optimierte umwandeln. Übernehmen lassen sich sinnvollerweise nur Assets: Bilder, Botschaften und die Zielseiten, die sich in der Suche bereits bewährt haben.
Warum werden meine Anzeigen in bestimmten Gesprächen nicht ausgespielt?
Dafür gibt es drei typische Gründe, die nichts mit dem Gebot zu tun haben: Der Nutzer sitzt in einem werbefreien Bezahltarif, der Gesprächskontext gehört zu den ausgeschlossenen sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik, oder das Gespräch passt thematisch schlicht nicht zu Angebot und Kontexthinweisen der Kampagne.
Wie schnell sind Conversions im Reporting sichtbar?
Ob Ereignisse überhaupt ankommen, lässt sich über einen Monitoring-Endpunkt anhand von Stichproben der letzten rund 15 Minuten prüfen. Die Bewertung der Kampagne braucht dagegen deutlich länger, weil das Standard-Attributionsfenster bei 30 Tagen liegt und späte Abschlüsse erst nachträglich zugeordnet werden.
Sind ChatGPT Ads dasselbe wie Anzeigen in Googles KI-Antworten?
Nein. Anzeigen rund um Googles AI Overviews und den AI Mode laufen über das bestehende Google-Ads-Konto und brauchen keine eigene Buchung. ChatGPT Ads sind eine eigenständige Plattform mit eigenem Konto, eigener Auktion und eigener Messung.
Ersetzen ChatGPT Ads mein Google-Ads-Budget?
Nein. Google Ads liefert weiterhin das Volumen, ChatGPT Ads liefern einen neuen, qualitativ anderen Kontakt. Sinnvoll ist ein zusätzliches Testbudget mit eigener Erfolgsdefinition, keine Umschichtung aus laufenden, profitablen Kampagnen.
Fazit
ChatGPT Ads sind kein Hype-Thema mehr, sondern ein buchbarer Kanal mit eigener Mechanik: keine Keywords, dafür Gesprächskontext; keine Suchbegriffsberichte, dafür eine Auktion, in der Relevanz direkt auf den Preis wirkt; eine klare Tarifgrenze, die die erreichbare Zielgruppe bestimmt, bevor der erste Euro fließt. Wer das akzeptiert, sauber misst und mit einem definierten Abbruchkriterium startet, kann heute Erfahrungen sammeln, die in zwölf Monaten kaum noch ein Wettbewerbsvorteil sein werden. Wer dagegen Budget aus profitablen Suchkampagnen abzieht, weil der Kanal neu ist, macht denselben Fehler wie damals bei den ersten Shopping-Kampagnen. Beyond Media begleitet solche Tests seit 2004 mit derselben Systematik, mit der wir jeden anderen Performance-Kanal bewerten — ausführlich beschrieben auf unserer Seite zur ChatGPT Ads Agentur und im Überblick über alle KI-Werbeplätze, die derzeit tatsächlich buchbar sind.
Quellen
OpenAI: ChatGPT Ads expands across Europe, Ausweitung auf 31 europäische Märkte
OpenAI: Our approach to advertising and expanding access, Grundsätze zu Kennzeichnung, Trennung und Privatsphäre
OpenAI Developers: Ads, Überblick über Ads Manager, Targeting und Insights API
OpenAI Developers: Measurement Pixel, Einbindung, Consent und Attribution
OpenAI Developers: Conversion Tracking, Datenquellen, Deduplizierung und Attributionsfenster
OpenAI Developers: Conversion-Optimized Campaigns, Optimierungsziel und Abrechnung
OpenAI Developers: Product Catalogs and Feeds, Feed-Format, Pflichtfelder und Aktualisierung
OpenAI Help Center: ChatGPT Ads, Verfügbarkeit, Tarife und Richtlinien