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Accelerated Mobile Pages (AMP) – Gamechanger oder Relikt?

Im digitalen Raum ist Zeit das kostbarste Gut. Studien zeigen seit Jahren, dass bereits eine Ladeverzögerung von einer Sekunde die Absprungrate erheblich steigern kann. Nutzer, die mobil im Netz unterwegs sind, erwarten Inhalte ohne Wartezeit – ein Anspruch, dem viele Websites noch immer nicht gerecht werden. Genau hier setzte Google 2015 mit den Accelerated Mobile Pages (AMP) an: eine technologische Initiative, die versprach, das mobile Web zu revolutionieren.

Doch wo steht AMP jetzt? Ist es noch ein Gamechanger für Publisher, Shops und Plattformen – oder ein Relikt einer Zeit, in der Geschwindigkeit vor allem mit einem Logo in den Suchergebnissen gleichgesetzt wurde?

Die Geburtsstunde: Googles Antwort auf das langsame Web

Als Google AMP ins Leben rief, war die Zielsetzung eindeutig: Inhalte sollten so schnell wie möglich auf mobilen Endgeräten verfügbar sein. Erreicht wurde dies durch einen radikal verschlankten HTML-Code, den Verzicht auf viele JavaScript-Elemente und eine Auslieferung über den Google-Cache.

Besonders im Nachrichtenjournalismus entfaltete AMP enorme Wirkung. Wer es schaffte, seine Artikel in AMP zu veröffentlichen, profitierte gleich doppelt: von der unvergleichlichen Ladegeschwindigkeit und von einer privilegierten Platzierung in den „Top Stories“ der Google-Suche. Für viele Medienhäuser war AMP damit weniger eine Option als vielmehr eine Pflicht.

Der Höhepunkt: AMP als Ticket zu Reichweite

In den Jahren 2016 bis 2020 galt AMP als Synonym für schnelle News. Das Blitz-Symbol in den Suchergebnissen war ein Garant für Aufmerksamkeit. Große Verlagshäuser wie die New York Times, Der Spiegel oder die FAZ stellten ihre Artikel in AMP-Versionen bereit.

Der Effekt war messbar: Schnellere Ladezeiten führten zu längeren Sitzungen, geringeren Absprungraten und höheren Werbeeinnahmen. In der SEO-Welt entwickelte sich AMP zu einem Thema, das nicht ignoriert werden konnte.

Der Bruch: Google ändert die Spielregeln

2021 vollzog Google eine entscheidende Wende. AMP verlor seinen exklusiven Zugang zu den Top Stories. Stattdessen wurden Core Web Vitals eingeführt: Kennzahlen, die Ladegeschwindigkeit, Interaktivität und visuelle Stabilität messen – unabhängig davon, ob eine Seite AMP nutzt oder nicht.

Damit fiel der größte Anreiz für Publisher weg. Innerhalb weniger Jahre brach die Nutzung von AMP massiv ein. Statistiken zeigen: Während Millionen von Websites einst auf AMP setzten, nutzen heute nur noch rund 0,2 Prozent aller aktiven Websites das Framework.

Die Gegenwart: AMP zwischen Relevanz und Bedeutungslosigkeit

Heute ist AMP in erster Linie ein Nischenwerkzeug. Für einige Publisher mit bestehender AMP-Infrastruktur mag die Technologie weiterhin sinnvoll sein. Dort, wo enorme Zugriffszahlen und internationale Reichweite schnelle Auslieferung erfordern, liefert AMP noch immer Vorteile.

Doch im breiten Markt hat sich eine andere Realität etabliert. Die meisten Websites setzen auf moderne Performance-Optimierung ohne AMP. Mit responsivem Design, Lazy Loading, Content Delivery Networks und Bildformaten wie WebP oder AVIF lassen sich dieselben Effekte erzielen – oft mit mehr Flexibilität und weniger Einschränkungen.

Die Stärken von AMP: Warum es nicht völlig verschwunden ist

Trotz sinkender Verbreitung ist AMP nicht bedeutungslos. Es überzeugt nach wie vor durch drei Kernaspekte:

  • Radikale Geschwindigkeit: AMP bleibt eine der schnellsten Möglichkeiten, Inhalte mobil auszuliefern.

  • Standardisierung: Die Einschränkungen im Code verhindern viele Fehlerquellen und stellen eine gewisse Basiskompatibilität sicher.

  • Globale Reichweite: Über den Google-Cache sind Inhalte weltweit in Sekundenbruchteilen abrufbar.

Diese Eigenschaften machen AMP vor allem dort interessant, wo Geschwindigkeit über allem steht – etwa bei internationalen Nachrichtenseiten oder hochfrequentierten Informationsportalen.

Die Schwächen von AMP: Warum viele sich abwenden

Doch jeder Vorteil hat eine Kehrseite. Für Unternehmen, die auf individuelle Gestaltung, datengetriebene Personalisierung und flexible Monetarisierungsmodelle setzen, ist AMP oft ein Hindernis.

Designfreiheit wird eingeschränkt, eigene Tracking-Lösungen sind nur schwer umsetzbar, und die parallele Pflege einer AMP- und einer Standardversion bindet wertvolle Ressourcen. Vor allem aber: Der große Hebel im Ranking, der AMP einst so attraktiv machte, existiert nicht mehr.

AMP im E-Commerce: Eine kurze Episode

Besonders im Online-Handel konnte sich AMP nie wirklich durchsetzen. Zwar experimentierten einige Shopsysteme mit AMP-Plugins, doch die Einschränkungen im Hinblick auf komplexe Funktionen, Produktdarstellungen und individuelle Checkout-Prozesse machten den Einsatz unattraktiv. Heute spielen AMP-Seiten im E-Commerce praktisch keine Rolle mehr.

Die Alternativen: Moderne Performance-Strategien

Das mobile Web hat sich weiterentwickelt – und mit ihm die Möglichkeiten, Geschwindigkeit und Nutzererlebnis zu optimieren.
Statt auf AMP setzen Unternehmen heute auf:

  • Core Web Vitals-Optimierung – Ladezeit, Interaktivität und visuelle Stabilität als Rankinggrundlage.

  • Progressive Web Apps (PWA) – App-ähnliche Erlebnisse im Browser, offline-fähig und flexibel.

  • Lazy Loading & Bildoptimierung – dynamisches Nachladen und moderne Bildformate für maximale Effizienz.

  • CDNs – schnelle, globale Auslieferung ohne AMP-Cache.

Diese Ansätze bieten nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch volle Kontrolle über Design, Tracking und Monetarisierung.

Fazit: AMP heute

Accelerated Mobile Pages haben das mobile Web geprägt und ohne Zweifel eine wichtige Rolle in der Entwicklung moderner Performance-Standards gespielt. Doch ihre Zeit als universelle Lösung ist vorbei.

Heute gilt: Geschwindigkeit ist entscheidend – aber der Weg dorthin ist frei wählbar. AMP ist für bestimmte Anwendungsfälle nach wie vor eine Option, für die Mehrheit der Unternehmen jedoch nicht mehr die beste Wahl.

Wer heute erfolgreich sein will, sollte sich nicht an ein Framework klammern, sondern auf eine ganzheitliche Performance-Strategie setzen, die technische Exzellenz mit kreativer Freiheit verbindet.

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