Was ist Push- und Pull-Marketing? Definition, Unterschiede & Beispiele
Push- und Pull-Marketing gehören zu den grundlegenden Strategien im Marketing – offline wie online. Beide Begriffe beschreiben, wie Produkte und Dienstleistungen zu Kund:innen gelangen: Entweder werden sie aktiv in den Markt „hineingedrückt“ (Push) oder Kund:innen holen sich die Angebote selbst, indem sie aktiv danach suchen (Pull). Für Unternehmen im E-Commerce stellt sich heute nicht mehr die Frage ob Push oder Pull, sondern wie der richtige Mix aussieht.

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- Push- und Pull-Marketing einfach erklärt
- Push-Marketing im Detail
- Pull-Marketing im Detail
- Push- vs. Pull-Marketing im direkten Vergleich
- Kombination von Push- und Pull-Marketing
- Push- und Pull Marketing im E-Commerce
- Häufige Fehler beim Einsatz von Push- und Pull-Marketing
- Fazit: Push vs. Pull – welche Strategie ist die Richtige

Julian Gwiasda
Push- und Pull-Marketing einfach erklärt
Push- und Pull-Marketing beschreiben zwei entgegengesetzte Ansätze, wie Produkte und Dienstleistungen ihren Weg zu den Kund:innen finden. Während beim Push-Marketing das Unternehmen die Initiative ergreift und Angebote aktiv in den Markt hineindrückt – etwa über Social Ads, Display-Kampagnen oder TV-Spots – setzt das Pull-Marketing darauf, dass die Kund:innen selbst aktiv werden und Produkte gezielt nachfragen. Typische Beispiele sind SEO, Google-Suchanzeigen oder Content-Marketing. Kurz gesagt: Push schafft Aufmerksamkeit, Pull bedient vorhandene Nachfrage.
Push-Marketing im Detail
Push-Marketing ist in der digitalen Welt vor allem durch bezahlte Werbeformen bekannt. Social Media Ads, Display-Banner, YouTube-Videospots oder auch klassische Newsletter fallen in diese Kategorie. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Menschen ansprechen, die gerade nicht aktiv nach einem bestimmten Produkt suchen.
Der große Vorteil dieser Methode liegt in der Schnelligkeit. Unternehmen können mit Push-Kampagnen innerhalb weniger Tage enorme Reichweite aufbauen, Marken bekannt machen oder kurzfristige Abverkäufe ankurbeln. Besonders neue Produkte profitieren davon, weil sie ohne Push oft gar keine Sichtbarkeit erhalten würden. Gleichzeitig bietet die digitale Welt heute viele Targeting-Möglichkeiten, um Streuverluste zu reduzieren.
Allerdings hat Push-Marketing auch klare Schattenseiten. Werbung, die zu oft eingeblendet wird, führt schnell zu sogenannter „Ad-Fatigue“. Nutzer blenden die Botschaften aus oder empfinden sie sogar als störend. Hinzu kommt, dass Push in der Regel mit höheren Kosten verbunden ist, weil die Zielgruppe erst überzeugt werden muss. Deshalb eignet sich Push-Marketing zwar hervorragend für Awareness und Reichweite, stößt aber ohne begleitende Pull-Maßnahmen schnell an seine Grenzen.
Pull-Marketing im Detail
Pull-Marketing setzt dort an, wo bereits ein konkretes Interesse besteht. Nutzer:innen suchen aktiv nach Informationen, Lösungen oder Produkten – und das Unternehmen sorgt dafür, dass sie die richtigen Antworten finden. SEO ist hier ein Paradebeispiel: Eine optimierte Produktseite erscheint in den Suchergebnissen, wenn jemand gezielt nach einem Produkt sucht. Auch Content-Marketing, informative Blogbeiträge, Tutorials oder Whitepaper gehören in diese Kategorie.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Conversion-Raten sind in der Regel deutlich höher, weil das Interesse bereits vorhanden ist. Zudem wirken Pull-Maßnahmen nachhaltiger. Wer einmal gute Rankings erzielt oder hochwertigen Content veröffentlicht hat, profitiert oft über Monate oder Jahre hinweg.
Allerdings hat Pull-Marketing auch Herausforderungen. Sichtbarkeit in Suchmaschinen oder auf Plattformen wie YouTube entsteht nicht über Nacht. Es braucht Zeit, kontinuierliche Optimierung und oft einen langen Atem. Außerdem ist der Wettbewerb in begehrten Märkten sehr hoch, sodass es nicht reicht, einfach nur „da zu sein“. Wer hier bestehen will, muss die Suchintention seiner Zielgruppe exakt verstehen und passende Inhalte liefern.
Push vs. Pull Marketing im direkten Vergleich
Während Push-Marketing Geschwindigkeit und Sichtbarkeit verspricht, punktet Pull-Marketing mit Nachhaltigkeit und Effizienz. Beide Ansätze sind nicht gegensätzlich, sondern ergänzen sich. Push ist oft dann sinnvoll, wenn es darum geht, neue Produkte oder Marken bekannt zu machen. Pull entfaltet seine Stärke, wenn die Nachfrage bereits besteht und die Customer Journey im unteren Funnel-Bereich ankommt.
Merkmal | Push-Marketing | Pull-Marketing |
---|---|---|
Initiative | Unternehmen | Kunde |
Ziel | Reichweite, Markenbekanntheit | Bedarf bedienen, Conversions |
Wirkung | Kurzfristig | Langfristig |
Kosten | Höher durch Streuverluste | Günstiger durch Intent-Fit |
Beispiel | Instagram-Ad für neue Sneaker | Google-Suche nach „Sneaker kaufen“ |

Kombination von Push- und Pull-Marketing (Push-Pull-Strategie)
In der Praxis zeigt sich, dass die Kombination beider Ansätze den größten Erfolg bringt. Push sorgt dafür, dass überhaupt Nachfrage entsteht. Pull stellt sicher, dass diese Nachfrage effizient aufgefangen und in Conversions umgewandelt wird.
Ein Beispiel: Ein Online-Shop launcht eine neue Produktlinie und schaltet YouTube-Ads, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Gleichzeitig sorgt SEO dafür, dass die Website für relevante Suchanfragen gefunden wird, wenn Interessenten sich weiter informieren wollen. Hier verstärken sich beide Ansätze gegenseitig.
Der Schlüssel liegt darin, die Customer Journey im Blick zu behalten. Während Push im oberen Funnel (Awareness) unverzichtbar ist, dominiert Pull im unteren Funnel (Conversion). Nur wenn beides zusammenspielt, entsteht ein durchgängiges Nutzererlebnis, das vom ersten Kontakt bis zum Kauf überzeugt.
Push- und Pull-Marketing im E-Commerce
Gerade im E-Commerce ist der Push-Pull-Mix entscheidend. Neue Produkte oder limitierte Angebote benötigen Push-Kampagnen, um sichtbar zu werden. Bestseller oder Produkte mit konstant hoher Nachfrage hingegen profitieren stark von Pull-Maßnahmen, da hier viele potenzielle Kund:innen aktiv suchen.
SEO ist in diesem Kontext das Rückgrat des Pull-Marketings. Optimierte Kategorie- und Produktseiten, strukturierte Daten und informative Inhalte sorgen dafür, dass Shops langfristig für relevante Suchanfragen ranken. Parallel dazu können Google Ads oder Shopping-Kampagnen genutzt werden, um diese Sichtbarkeit kurzfristig zu verstärken.
Auf der Push-Seite spielen Social Media Ads, Display-Kampagnen und Performance Max eine große Rolle. Sie helfen, neue Zielgruppen zu erreichen und Kund:innen zurückzuholen, die den Warenkorb abgebrochen haben. So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl Reichweite als auch Conversion-Power sicherstellt.

Häufige Fehler beim Einsatz von Push- und Pull-Marketing
Viele Unternehmen machen den Fehler, sich ausschließlich auf eine der beiden Strategien zu konzentrieren. Wer nur Push einsetzt, riskiert hohe Kosten und geringe Nachhaltigkeit. Kampagnen laufen ins Leere, sobald das Budget gestoppt wird. Umgekehrt bremsen Unternehmen ihr Wachstum, wenn sie sich ausschließlich auf Pull verlassen. Ohne zusätzliche Reichweite fehlt der Zustrom neuer Interessenten, und das Potenzial bestehender Nachfrage wird nicht ausgeschöpft.
Ein weiteres Problem liegt in der Messbarkeit. Gerade Push-Maßnahmen wirken häufig indirekt. Ein YouTube-Spot führt vielleicht nicht direkt zu einer Conversion, inspiriert Nutzer aber dazu, später nach dem Produkt zu suchen. Wer nur auf Last-Click-Attribution schaut, bewertet Push also systematisch zu schwach. Hier braucht es eine saubere Tracking-Strategie mit GA4 und Ads-Daten, um den echten Beitrag zu erfassen.
Fazit: Push vs. Pull – welche Strategie ist die richtige?
Die Frage „Push oder Pull?“ ist im modernen Marketing zu kurz gedacht. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, und erst im Zusammenspiel entfalten sie ihre volle Wirkung. Push eignet sich, um Aufmerksamkeit und Reichweite aufzubauen, während Pull entscheidend ist, um bestehende Nachfrage effizient zu bedienen. Für Unternehmen im E-Commerce bedeutet das: Ohne Push-Kanäle bleiben viele Produkte unsichtbar, ohne Pull-Kanäle verpufft die Reichweite.
Der richtige Weg liegt daher in einem abgestimmten Mix. Unternehmen sollten ihre Ziele, Budgets und Zielgruppen analysieren und dann entscheiden, welche Gewichtung sinnvoll ist. Wer diesen Mix beherrscht, schafft nicht nur kurzfristige Umsatzsteigerungen, sondern legt auch die Basis für nachhaltiges Wachstum.
FAQ zu Push- und Pull-Marketing
Was ist der Hauptunterschied zwischen Push- und Pull-Marketing?
Push bedeutet, dass das Unternehmen aktiv Produkte bewirbt, während Pull darauf setzt, dass Kund:innen von selbst nach Angeboten suchen.
Welche Beispiele gibt es für Push- und Pull-Marketing?
Push-Beispiele sind Social Media Ads, Display-Werbung oder Newsletter. Pull-Beispiele sind SEO, Google Ads Search oder Content-Marketing.
Was ist besser: Push oder Pull-Marketing?
Keines von beiden ist pauschal „besser“. Push bringt schnelle Reichweite, Pull sorgt für langfristige Effizienz. Die Kombination ist meist am erfolgreichsten.
Wie kann man Push und Pull-Marketing kombinieren?
Ein Mix ist sinnvoll: Push sorgt für Bekanntheit, Pull für Conversions. Typisch ist etwa die Kombination aus YouTube-Ads (Push) und SEO (Pull).
Warum ist Pull-Marketing so wichtig im E-Commerce?
Weil Kund:innen online gezielt nach Produkten suchen. Wer dort nicht sichtbar ist, verliert potenziell wertvolle Kunden an die Konkurrenz.
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