SEA

Mehr Bing fällig?

Warum man die zweitbeste Suchmaschine nicht aus den Augen verlieren soll

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass in den meisten Fällen, wenn über SEA gesprochen wird, Google AdWords damit gemeint ist. Dies ist auch nicht unbegründet: schließlich hat das Unternehmen um die 90 % Marktanteil weltweit. Doch was ist mit Alternativen?

Zuerst muss hier gesagt werden, dass natürlich jeder PPC-Manager AdWords aktiv und exzessiv nutzt. Daher ist sehr vieles von dem Potential ausgeschöpft. Es stellt sich selbstverständlich die Frage, wie ein SEA-ler sich auf andere Weise von der Konkurrenz abheben kann.

Einer der Wege ist mit Sicherheit ein anderer Kanal. Wie es aus dem Titel ersichtlich ist, haben wir uns dieses Mal auf Bing fokussiert. Im Folgenden erfährt man, warum.
 

Was macht Bing Search besser?

Google ist, wie schon erwähnt, der klarer Marktführer (und das trotz der dominanten Konkurrenten beispielsweise in Russland und Asien). Das heisst jedoch nicht, dass der Wettbewerb nicht versucht, dagegen anzukommen. In 2012 hat Bing z.B. 5% des Marktanteils von Google geklaut. Woran das liegt, ist unklar, aber auch die Daten aus der letzten Zeit zeigen, dass es keine Ausnahme war. Selbst wenn Bing keine ernsthafte Bedrohung für Google als Marktführer darstellt, gibt es Dinge die die Microsoft-Suchmaschine besser macht:
 

Soziale Medien integrieren

Bing profitiert von den Partnerschaften von Microsoft mit Facebook und Twitter. Aufgrund dessen hat die Firma mehr Zugang zu den entsprechenden Daten und kann sie in die Ergebnisse besser einbinden.
 

Bild- und Videosuche

Obwohl die Tatsache, dass Google YouTube erworben hat, ganz klar die Machtverteilung im Videosegment beeinflussen sollte, bietet Bings Layout mehr Möglichkeiten. Beispielsweise können die Nutzer mehr Videos sehen, ohne zu Scrollen, oder ein Preview anschauen, ohne die Suchergebnisseite zu verlassen. Was die Bilder von Bing angeht, haben sie bessere Qualität und ermöglichen es dem User, nach Layout zu filtern.
 

Kampagnenimport

Sofern man eine AdWords Kampagne hat, kostet es den Werbetreibenden nur ein Paar Sekunden und einen Klick, um diese in Bing zu importieren. Einfacher geht es wohl kaum. Allerdings ist es hier wichtig, ein Paar Punkte zu berücksichtigen:

1) Mehrere Sprachen und Standorte. Bing erlaubt nur eine Sprache pro Anzeigengruppe. Daher, sofern die Kampagne auf mehr als nur eine Sprache ausgerichtet ist, nimmt Bing immer die mit dem bestem Ranking. Des Weiteren gibt es bei der Microsoft Suchmaschine nicht alle Sprachen, die AdWords unterstützt. Man muss ebenfalls bei der Einrichtung der Sprachausrichtung aufpassen, denn wenn die Kampagne gespeichert ist, kann man diese Einstellung nicht mehr bearbeiten, man kann nur die Kampagne neu erstellen;

2) Ausgeschlossene Keywords. Falls in der Kampagne weitgehend passende Keywords ausgeschlossen sind, wird Bing sie automatisch als Phrase betrachten;

3) Automatisierte Regeln. Sie übertragen nicht, insofern muss man diese Regeln in Bing erneut manuell einstellen. 

4) CPA (Cost per Acquisition). Diese Gebotsstrategie kann man bei Bing nicht nutzen. Sofern es ursprünglich in der Google Kampagne der Fall war, ändert es Bing automatisch auf CPC-Gebote. 

Design

Der Aspekt ist zwar zum größten Teil Geschmacksache. Dennoch finden viele, dass die Suchergebnisseiten von Bing gepflegter und weniger wirr aussehen.
 

Belohnungsaspekt

Mit dem so genannten Microsoft Rewards Program bekommen Nutzer Punkte. Diese können bei anderen Online-Händlern eingelöst werden. Die Menge der vergebenen Punkte pro Suche ist zwar gering, jedoch ist auch das besser, als Nichts, und wenn man viel sucht, kriegt man hier einiges zusammen.
 

Messwerte

Jedes Unternehmen auf dem Markt hat in der Regel seine Nische. Google ist zwar der klare Vorreiter, aber man muss nicht zwangsläufig den ersten Platz einnehmen. Auch schwächere Firmen können erfolgreich sein und in bestimmten Bereichen auch stärker. Wie steht es also hier mit Bing?
Zum einen haben die Bing Ergebnisse im Vergleich zu ihren Spiegelbildern von Google in der Regel eine bessere Position, da es weniger Wettbewerb gibt. 
Zum zweiten sind Kosten natürlich ein weiterer Faktor. Laut einigen Einschätzungen sind die CPCs bei Bing um einen Drittel günstiger als die bei AdWords. Die CTR ist oft ebenfalls höher, somit ergibt sich die Möglichkeit, mit dem gleichen Budget mehr zu Erreichen.
 

Fazit

Was heisst das also für die Online Manager? Zusammenfassend kann man sagen, dass natürlich niemand weiss, wie es sich in der Zukunft entwickeln wird. Was sich aber feststellen lässt, ist, dass Bing ein Kanal ist, der zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet und von einigen Agenturen übersehen wird. Das ist eine der Chancen, die man nutzen kann, um sich von der Konkurrenz ein Stück weit abzuheben.